Diverse Menschen, die sich unterhalten.

Der Umgang mit Antisemitismus und Rassismus stellt in der politischen Bildungsarbeit sowie in der pädagogischen Arbeit häufig eine Herausforderung dar. Oft entsteht dabei das Gefühl „sich für eine Seite entscheiden zu müssen“. Viele pädagogische Fachkräfte in der schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit sehen sich zudem mehr und mehr mit rassistischen und / oder antisemitischen Aussagen konfrontiert und wissen nicht, wie sie darauf angemessen reagieren können. Darüber hinaus gibt es zunehmende Versuche, die beiden Phänomene gesellschaftspolitisch gegeneinander auszuspielen. Gleichzeitig ist der Angriff des 7. Oktober und der darauffolgende Gaza-Krieg immer noch ein brennendes und emotional aufgeladenes Thema und viele Lerngruppen wünschen sich, dass Gespräche darüber wieder möglich werden.

Vor diesem Hintergrund möchten wir uns in der Fortbildungsreihe folgenden Fragen widmen:

Wie können wir Antisemitismus und Rassismus gut gemeinsam besprechen?
Was sind Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Erleben von Antisemitismus und Rassismus?
Wie kann Emotionen im Zusammenhang mit dem 7. Oktober und dem Gaza-Krieg Raum gegeben werden?
Wie können wir es schaffen, Ambivalenzen und Unterschiede stehen zu lassen und trotzdem miteinander wieder in einen Dialog zu treten?

Die einzelnen Module betrachten jeweils einen anderen Schwerpunkt im Themenfeld Rassismus und Antisemitismus und werden von Trainer*innen aus der politischen Bildungsarbeit begleitet. Ziele der Schulungsreihe sind der Erwerb einer rassismus- und antisemitismuskritischen Haltung, die Gewinnung von Handlungssicherheit, um zu diesen Themen in pädagogischen Settings zu arbeiten, die Selbstreflexion bezüglich der eigenen Verstricktheit in diese Machtverhältnisse sowie die Herstellung eines Praxistransfers in den eigenen beruflichen Kontext.

Zudem versteht sich der Lernraum als ein Übungsort, um Emotionen und Spannungen zu diesem Themenfeld zu erkunden und ihnen Raum zu geben. Es wird daher viel Wert auf eine positive und respektvolle Lernatmosphäre gelegt, in der ganzheitlich und prozessorientiert gearbeitet wird.

 

Inhalt der einzelnen Module

Modul 1: Zum Spannungsverhältnis von Rassismus und Antisemitismus
17.& 18. September 2026

Inhalte:

  • Einstieg ins Thema, Kennenlernen und Aufbau einer wertschätzenden Lernatmosphäre
  • Kennenlernen der Diskriminierungsformen Rassismus und Antisemitismus in Geschichte und Gegenwart
  • Aktueller Bezug zum deutschen Kontext und zur Bedeutung der Diskriminierungsformen im Feld der Soziale Arbeit / Bildung / Schule
  • Intersektionale Perspektive auf das Thema
  • Selbstreflexion zur eigenen Positionierung im Themenfeld, Aufarbeitung von eigenen Diskriminierungserfahrungen / Bewusstwerdung über eigene Privilegien
  • Bewusstwerdung über die eigene Prägung hinsichtlich der Themen Rassismus und Antisemitismus, Aufarbeiten von internalisierten Bildern und Botschaften
  • Kennenlernen von ersten Methoden, um beide Diskriminierungsformen mit Lerngruppen zu thematisieren
  • Erarbeitung einer rassismus- und antisemitismuskritischen Haltung

Referent*innen: KOAS – Kompetenzzentrum antisemitismuskritische Bildung und Forschung

 

Modul 2: Perspektiven für eine rassismus- und antisemitismuskritische Bildungsarbeit
8. & 9. Oktober 2026

Inhalte:

  • Wie kann eine rassismus- und antisemitismuskritische Bildungsarbeit aussehen?
  • Kennenlernen von Methoden, Perspektiven, Praxiserfahrungen
  • Praxistransfer in den eigenen beruflichen Kontext
  • Umgang mit Spannungen in Gruppen und Einüben von Ambiguitätstoleranz
  • Entwicklung einer professionellen Haltung für den Umgang mit Konflikten
  • Erforschung der eigenen Triggerpunkte / Was machen Konflikte mit mir als Lehrperson / Berater*in / Trainer*in?
  • Emotionen im Kontext von Rassismus und Antisemitismus
  • Umgang mit Betroffenheit und Nicht-Betroffenheit im Lernraum

Referentin: Vanessa Thiel

 

Modul 3: Antisemitismus- und rassismuskritische Bildung im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt
29.& 30. Oktober 2026

Inhalte:

  • (Be-)Deutungen und Folgen des 7. Oktober 2023
  • Antisemitismus- und Rassismus seit dem 7. Oktober 2023 in ihrer Verwobenheit
  • Der Nahostkonflikt erster und zweiter Ordnung
  • Geschichte des Konflikts
  • Akteure des Nahostkonflikts und ihre Ideologien und Interessen
  • Rezeptionsweisen des Konfliktgeschehens in Deutschland
  • Analysen und Begriffsarbeit anhand von Beispielen aus Social Media und öffentlicher politischer Kommunikation mit Bezug zu Israel, Palästina und Gaza, z.B. Grafitti, Sticker, Plakate
  • Erinnerungskultur und die Rolle Deutschlands
  • Umgang mit Emotionen und Konflikte im Lernraum
  • Umgang mit antisemitischen und / oder rassistischen Aussagen in Lernräumen
  • Praxistransfer in den eigenen beruflichen Kontext

Referent: Arnon Hampe

Zeit:
Die Tage gehen jeweils von 10-17 Uhr

Ort:
Der Ort ist in Hannover gelegen und mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Er wird nach erfolgreicher Anmeldung bekannt gegeben.

Wichtiger Hinweise:
Die Module können nur als Reihe und nicht einzeln gebucht werden.

Teilnehmer*innen-Anzahl: maximal 14 Teilnehmende

Kosten: Die Teilnahme an der Schulungsreihe ist kostenfrei.
Zusätzlich wird es ein vegan / vegetarisches Mittagessen geben. Unverträglichkeiten / Allergien bitte bei Anmeldung angeben.
Übernachtungen sind nicht enthalten. Bei Bedarf geben wir gerne Empfehlungen für Hotels und Unterkünfte in der Umgebung.

Zugangsvoraussetzungen und wichtige Hinweise: Wir setzen das Interesse und die Bereitschaft zur selbstreflexiven Auseinandersetzung sowie zur intensiven Zusammenarbeit in der Gruppe voraus. Für den Erwerb eines Zertifikats ist die aktive Teilnahme an 80% der Schulungszeit und an der Auftaktveranstaltung Mindestvoraussetzung.

Anmeldung: Link zur Anmeldung

Anmeldefrist: 30.08.2026

Die AGBs der Veranstaltung finden Sie hier.

Begleitet wird die Veranstaltung vom Team vielgestaltig*2.0: Anisa Abdulaziz, Tinka Greve und Manfred Brink.

Kontakt:

Bei inhaltlichen Fragen: vielgestaltig@vnb.de

Bei Fragen zur Anmeldung: ivonne.hartleib@vnb.de

Anmerkung Hausrecht:
Wir legen sehr viel Wert auf ein respektvolles Miteinander. In diesem Sinne behalten wir uns vor, von unserem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.