Fachtag

Herzliche Einladung zum Präsenz-Fachtag in Hannover | 6. Juli 2022

Wer hat Macht?
Diskriminierungskritische Perspektiven auf Bildungsarbeit

Was bedeutet es, Bildungsarbeit zu gestalten? Wie kann ich der Diversität in Bildungsräumen gerecht werden? Und wer lernt auf wessen Kosten?
Ob wir es wollen oder nicht, Machtverhältnisse spielen auch in der Bildungsarbeit eine tragende Rolle. Die Gestaltung von Lernräumen, die Anwendung von Methoden, die Aufbereitung von Wissen, die Auswahl von Arbeitsmaterialien, all das trägt nachhaltig dazu bei, wer in diesen Räumen gut lernen kann und wer sich von Methodik und Didaktik nicht angesprochen fühlt.
Häufig bekommen Personen, die von (mehrfacher) Diskriminierung betroffen sind, auch im Bildungsbereich weniger Lernchancen und werden bei der Konzeption von Bildungsformaten vergessen. Deshalb wollen wir auf dem Fachtag Wer hat Macht? gemeinsam diskriminierungskritische Perspektiven auf Bildungsarbeit erarbeiten und der Frage nachgehen, wie unsere eigene Bildungsarbeit diversitätssensibel und inklusiver gestaltet werden kann.

Der Fachtag richtet sich an Fachkräfte aus den Bereichen der Erwachsenen- und Jugendbildung, der politischen Bildungen oder der Arbeitsbereiche Migration und Gleichstellung sowie an Lehrkräfte von Schulen und Volkshochschulen. Andere Interessierte sind ebenfalls herzlich willkommen.

Ort und Zeit: Stephansstift Hannover (Kleefeld) | 6. Juli 2022 | 10 – 16.30 Uhr

Programm:
10:00 Uhr Ankommen
10.30 Uhr Begrüßung
10.45 Uhr Vorstellung des Projekts vielgestaltig*
11.00 Uhr Keynote von Verena Meyer
12.30 Uhr Mittagessen und Mittagspause
14.00 Uhr Workshops
Workshop 1: Empowerment von BIPoC (dieser Workshop richtet sich nur an Schwarze Menschen, Indigene Menschen und People of Color)
Workshop 2: Männlichkeit*, Migration und Armut
Workshop 3: Allyship & Powersharing
Workshop 4: Intersektionale Bildung
Workshop 5: Geschlechtliche Vielfalt in der Bildungsarbeit
16.15 Uhr Gemeinsamer Abschluss

WORKSHOPS:

Workshop 1: Empowerment von BIPoC
Zaina Filah, Schwarze Schafe

Dieser Raum steht Menschen offen, die Rassismus in ihrem Alltag erfahren und somit auch in der Arbeitswelt von rassistischen Strukturen der Bildungsarbeit betroffen sind. Wer rassistische Diskriminierung erfährt und/oder sich als (Black) Person of Color identifiziert, ist eingeladen sich in diesem Safer Space mit dem Thema Empowerment auseinanderzusetzen. Welches Konzept steht dahinter und welches Potenzial verbirgt sich in Empowerment-Arbeit? Wie können wir diese in unsere Arbeitsstrukturen einbinden und eine rassismuskritische Haltung fördern? Es gibt die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch und der Raum steht für Fragen und Anregungen zur Verfügung.

 

Workshop 2: Männlichkeit*, Migration und Armut
Olaf Jantz, mannigfaltig e.V.

Armutsverhältnisse hinterlassen eine Prägung, die v.a. durch „klassistische Deprivationen“ zu beschreiben sind. Die allgegenwärtige Erfahrung der Beschämung fördert die Tendenz einer männlichkeitstypischen Kompensation bei Jungen*/männlichen* Jugendlichen/jungen Männern*. Und ein Migrationsvordergrund bricht dies zuweilen intersektionell. Wie reagieren wir dabei unterstützend, ohne wieder beschämend zu wirken? Was können Jungen* annehmen und was nicht? Es werden Grundbedingungen einer Jungen*arbeit zwischen Geschlecht(erreflexion), Migration(ssensibilität) und Klasse(bewusstsein) zur Diskussion gestellt.

 

Workshop 3: Allyship und Powersharing
Filiz Alheraki, VNB e.V.

Powersharing befasst sich mit der Frage, was Menschen tun können, wenn sie von gesellschaftlichen Machtverhältnissen profitieren. Der Workshop beginnt mit einer Reflexion und Auseinandersetzung mit diesen Verhältnissen: Wer hat überhaupt alles Macht und Einfluss? Wo liegen Fallstricke in unserer Bildungsarbeit? Im Anschluss wollen wir gemeinsam überlegen, wann und in welchen Situationen unser Handeln dazu beitragen kann, die Gesellschaft gerechter zu gestalten.

 

Workshop 4: Intersektionale Bildung
Thu Hoài Tran, freiberufliche Bildungsvermittler*in im Bereich der kulturellen und politischen Bildung

Was ist intersektionale Bildungsarbeit? Warum muss politische Bildungsarbeit intersektional gedacht werden? In diesem zwei-stündigen Workshop werden wir uns diesen Fragen widmen. Denn oftmals wird in der Pädagogik mit Ansätzen gearbeitet, die nur eine Diskriminierungsform wie z.B. Rassismus in den Blick nehmen. Dies hat zur Folge, dass komplexe Lebensrealitäten nicht mitgedacht werden. Daher werden wir im ersten Schritt ein tieferes Verständnis von Mehrfachdiskriminierungen schaffen (z.B. dem Zusammenwirken von Klassismus und Ableismus), um dann über die Frage nachzudenken, wie pädagogische Fachkräfte ihre eigene Praxis intersektionaler gestalten können.

 

Workshop 5: Geschlechtliche Vielfalt in der Bildungsarbeit
Né Fink, freiberuflicher Trainer und Berater im Bereich geschlechtliche Vielfalt

Wir begegnen in der Bildungsarbeit Menschen mit vielfältigen Geschlechtern (u.a. inter*, trans* & abinären Personen). Diese Vielfalt wird noch oft als Herausforderung erlebt. Wie können wir in der Bildungsarbeit für alle Menschen offen sein und sie in ihrer geschlechtlichen Selbstbestimmung unterstützen? In diesem Workshop werden Begriffe und Grundlagen zum Umgang mit geschlechtlicher Vielfalt vermittelt. Zusätzlich gibt es praktische Tipps für den respektvollen Umgang mit u.a. trans* Menschen, damit der Kontakt leicht und selbstverständlich gelingt.

 

Alle weiteren Infos entnehmen Sie bitte unserem Flyer.

Link zur Anmeldung

Bitte beachten Sie: Auf der Veranstaltung herrscht Maskenpflicht sowie die 3-G-Regelung. Bitte bringen Sie Ihren Nachweis mit.

Kosten: Das Projekt vielgestaltig* wird aus Mitteln des Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF) und wird gefördert durch das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung. Daher ist die Teilnahme an diesem Fachtag kostenfrei.

Anmerkung Hausrecht: Wir legen sehr viel Wert auf ein respektvolles Miteinander. In diesem Sinne behalten wir uns vor, von unserem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.